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Was nennt man Forschung in der Freimaurerei? Die Frage ist treffend, denn der Freimaurer, der grossen Wert auf Selbstvervollkommnung legt, befindet sich auf einer Suche, die Gemeinsamkeiten mit Forschung besitzen kann. Dieser Aspekt der Suche drückt sich besonders in den Baurissen aus, die der Freimaurer in den Logen hört oder selber hält. Die maurerische Forschung versteht sich im Vergleich dazu als rigorosere und besser dokumentierte Arbeit, die sich von akademischen Standards inspirieren lässt.

Für einige Forscher aus Forschungsvereinigungen oder –logen soll die historische Forschung, wie sie in der „authentischen“ Bewegung zutage tritt, die durch die erste Forschungsloge, die Quatuor Coronati der Vereinigten Großloge von England, meisterhaft geschaffen wurde, die einzige gültige maurerische Forschung sein. Tatsächlich vermochte diese Bewegung vielerlei Ungewissheiten, Legenden und Phantasien über die Freimaurerei und deren Herkunft aufzulösen.

Im Einklang mit mehreren anderen maurerischen Forschungsorganen spürt jedoch die Forschungsgruppe Alpina, dass die Freimaurerei sich fortlaufend neu erfinden muss, um andauern und neue Mitglieder – d.h. also Nachwuchs – gewinnen zu können. Und hier ist es nicht allein die historische Forschung, die sich öfters mit Kleinigkeiten der maurerischen Entwicklung befasst, die diese Anstrengung unterstützen wird. Die Aktivitäten der maurerischen Forschung müssen sich auch auf Anthropologie, Soziologie, spirituelle und künstlerische Aspekte der Bewegung erstrecken und prospektive Elemente einschliessen. Es sollen auch Anstrengungen entfaltet werden, um die Forschungsergebnisse in den Logen und unter deren Mitgliedern zu verbreiten